WAS IST AMAZON FBA?

 

Amazon FBA ist mehr als nur ein „Geschäftsmodell“.

Erfolgreicher Verkauf über Amazon erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit vielen Teildisziplinen, die alle gemeistert werden müssen. Nur dann ist ein langfristiger Erfolg realisierbar!

Amazon FBA Logistik

Was ist eigentlich „Amazon FBA“ ?

Als ich vor über 8 Jahren mit dem Online-Versandhandel mit Importwaren angefangen habe, gab es diesen „Begriff“ noch gar nicht! Amazon bietet zwar schon länger das an, was hinter der Bedeutung von „FBA“ (Fulfillment by Amazon) steht, die (falsche) Verwendung dieses Begriffes als Synonym für ein Geschäftsmodell entstand jedoch erst viel später. In der Google-Trends Auswertung siehst du die Entwicklung der Suchanfragen für den Suchbegriff „Amazon FBA“.

Wie du siehst entstand plötzlich ein „Hype“ hinter diesem Begriff. Oft wird sogar nur „FBA“ als Synonym für dieses Geschäftsmodell verwendet – obwohl dies aus meiner Sicht nichts anderes bedeutet als „Versandabwicklung durch Amazon“.

Tatsächlich verbirgt sich hinter diesem Begriff also mehr als nur ein „get rich quick“ Businessmodel. Es geht tatsächlich nur darum, dass Amazon dir 1. Die Möglichkeit (bzw. die Chance) dazu bietet, deine Produkte auf dem Marktplatz zu platzieren, und 2. Amazon dir dabei hilft, deine Waren an den Kunden zu schicken, und sogar die Retouren abwickelt. Ein Amazon FBA Seller nutzt also diese Möglichkeit von Amazon um seinen Versandhandel zu betreiben. Für Viele „Einsteiger“ bietet Amazon mit diesem Vertriebsweg die Chance, in kurzer Zeit große Umsätze zu erzielen. Aus genau diesem Grund erfreut sich dieses „Geschäftsmodell“ auch großer Beliebtheit!

Vor- und Nachteile des FBA-Programmes:

Der Versand durch Amazon (Nutzung des Amazon FBA Programmes) hat Vor- und Nachteile.

Vorteile:

Zu den Vorteilen gehören die vereinfachte Abwicklung der Sendungen an den Endkunden, welche gewöhnlich mit sehr hohem Aufwand verbunden sind! An den Endkunden zu liefern bedeutet heutzutage, am besten täglich, oder spätestens am 2. Tag nach de Bestellung zu verschicken. Diese Aufgabe raubt nicht nur viel Zeit, sondern ist vor allem bei Einsteigern die erst wenig verkaufen sehr nervig. Ich habe selber die ersten Jahre alles selber verschickt, und bin täglich zu DHL gefahren bzw. habe die Pakete später über das Geschäftskundenportal abholen lassen. Diese Arbeit ist also sehr anstrengend und zeitraubend. Außerdem brauchst du entsprechend viel Platz dafür. Vor allem für Menschen die in einer Wohnung leben ist es keine gute Idee, dauerhaft von Kartons, Versandmaterialien und Retouren umgeben zu sein :-). Daher war die Entscheidung zum Amazon FBA Programm zu wechseln eine angenehme Lösung. Hierin ist also ein klarer Vorteil zu sehen. Auch werden Angebote die über Amazon FBA verschickt werden mit dem „Prime“-Logo versehen, und genießen damit einige Vorteile wie z.B: Besseres Ranking und mehr Vertrauen. Außerdem suchen (filtern) einige Amazon-Kunden direkt nach Prime-only Angeboten!

Nachteile:

Trotzdem muss die Kehrseite dieser Medaille erwähnt werden. Denn: Wer das FBA-Programm nutzt, der gibt auch die Hoheit über Retouren aus der Hand. Amazon nimmt praktisch alle Artikel, egal in welchem Zustand zurück – und das auf deine Kosten! Auch werden dir Retouren berechnet, und wirken sich damit direkt auf den Gewinn aus. Dazu musst du einen hohen Aufwand betreiben den Lagerbestand stetig zu überwachen und eine Lieferbarkeit gewährleisten. Bei Überbeständen (Artikel die sich über 6-12 Monate/ je nach Kategorie/ nicht verkauft haben) fallen außerdem Strafgebühren an.

Wie du siehst – das ganze ist mit Arbeit verbunden. Wer der Idee des „passivem Einkommens“ hinterher jagt ist hier leider falsch, und sollte diese Seite nun verlassen 🙂

Fazit:

„unter’m Strich“ bietet das FBA-Programm eine geniale Alternative, für alle die in den Online-Versandhandel einsteigen wollen. Die Vorteile der einfachen Abwicklung überwiegen insgesamt den Schwierigkeiten. Die meisten Probleme lassen sich außerdem lösen. z.B solltest du langfristig ein Lager nutzen, also einen Logistikpartner nutzen, der deine Produkte je nach Bedarf zu Amazon liefert. Diesen Schritt solltest du jedoch erst vornehmen, wenn die Kapazitäten bereits entsprechend ausgelastet sind. Auch ist es entscheidend, nur Produkte zu verkaufen, die keine zu hohe Retourenquote haben, da die Profitabilität sonst stark leidet.

Wie werde ich Amazon FBA Seller?

Wer sich dazu entschieden hat, mit dem Online-Versandhandel mit Handelswaren oder Private-Label-Produkten über Amazon zu starten, steht plötzlich vor einer Masse an Fragen die alle beantwortet werden müssen. Diese Fragen möchte ich dir hier alle beantworten. Zunächst gebe ich dir eine Übersicht über die wichtigsten Aufgabenbereiche eines Amazon FBA Sellers.

1. Produktrecherche, Sourcing & Einkauf

Amazon FBA bezieht sich auf den Handel mit physischen Produkten. Diese musst du zunächst finden und einkaufen. Genau das beschreibt der Begriff „Sourcing“. Fast alle der Einzeldisziplinen greifen ineinander, und sind voneinander abhängig. Du musst also die Zusammenhänge verstehen, und gleichzeitig den Blick für’s große ganze behalten. Beim Sourcing musst du z.B immer die Anforderungen an die Produktsicherheit im Hinterkopf behalten. Gleichzeitig solltest du deine Produktidee „validieren“ indem du die Nachfrage mit Hilfe von Tools und Wettbewerbsanalysen überprüfst. Gleichzeitig solltest du einen Hersteller finden, der dir möglichst langfristig eine entsprechende Qualität und Lieferbarkeit der Produkte gewährleistet. Das alles fällt unter den Bereich „Produktrecherche, Sourcing und Einkauf“

2. Import und Logistik

Deine Produkte haben (sofern du aus China importieren möchtest) eine lange Reise vor sich. Diese Reise wird in einzelne Sequenzen unterteilt. (z.B: 1.Vom Hersteller zum Hafen 2. vom Hafen in ein DE-Lager und 3. vom DE-Lager zu Amazon) In diesen drei Sequenzen kann viel schiefgehen, vor allem können hier hohe kosten entstehen, die dir deine Marge vernichten können. Daher sollte auch diesen Bereich große Aufmerksamkeit geschenkt werden. Vor allem bei gut laufenden Produkten und steigenden Umsätzen wird die Optimierung der Lieferkette zu einer deiner Hauptaufgaben. Lagerbestandsprognosen helfen dir dabei deine Einkäufe zu kalkulieren, trotzdem solltest du immer beachten dass hohe Bestände auch eine hohe Bindung an Kapital ins Umlaufvermögen (Vorräte) bedeuten, und deine Liquidität damit sinkt.

3. Rechtliches und Zertifikate

Der Verkauf von Produkten ist kein Spiel! Auch wenn es oft so dargestellt wird. Die Einhaltung der rechtlichen Anforderungen an deine Produkte und an die Vermarktung (Verkaufstexte, Rechtstexte) ist ein essentieller Bestandteil deines Unternehmens. Wer diesen Part überspringt setzt sich hohen, existenzvernichtenden Risiken aus. Alles andere also als eine langfristige Strategie! Auch wenn es zunächst „nervig“ wirkt. Stelle dir einfach vor, dass du damit einen klaren Wettbewerbsvorteil hast, wenn einige deiner Mitbewerber bei Abmahnungen und Beanstandungen durch die Marktaufsicht vom Markt verschwinden.

4. Amazon FBA Marketing – Amazon SEO – Amazon PPC und externer Traffic

Ohne Marketing – kein Verkauf! Im Vergleich zum Vertrieb über einen Onlineshop ist der Traffic auf Amazon bereits vorhanden. Du musst trotzdem dafür sorgen, dass dein Produkt für alle relevanten Suchbegriffe auffindbar ist, und in den Suchergebnissen möglichst „weit oben“ platziert wird. Man spricht hier von Relevanz und Performance. Beides kannst du beeinflussen. Bei Produkten die einem sehr hohen Wettbewerb ausgesetzt sind, wird dies entsprechend schwer. Hier müssen entsprechend komplexere Marketing-Maßnahmen ergriffen werden. Die Konkurrenzfähigkeit und die USP’s deines Produktes solltest du immer unabhängig vom Marketing betrachten, denn ein „schlechtes“ Produkt, das nicht attraktiv ist, wird auch mit den besten Marketing-Methoden niemals profitabel verkauft werden können!

5. Tools und Hilfsmittel

Mit der steigenden Zahl an Amazon FBA Sellern, sind auch die Anbieter für Tools und Hilfsmittel in diesem Bereich stark gewachsen. Ein Tool sollte immer dazu dienen, ein tatsächliches Problem zu lösen. Genau das solltest du dich also jedesmal fragen, bevor du dich für den Kauf / die Buchung eines Tools entscheidest. Einige Tools sind z.B erst dann sinnvoll, wenn du bereits mehrere Produkte hast, und diese auch über verschiedene Marktplätze und Plattformen anbieten möchtest.