Outsourcing (VA’s, Dienstleister) für Amazon FBA Seller: Vor- und Nachteile erklärt (mit Video)

Outsourcing und Virtuelle Assistenz für Amazon Seller sind in aller Munde. Ständig höre ich, man sollte „möglichst viel outsourcen“.

Nach eigener Erfahrung kann ich jedoch behaupten, dass man Aufgaben nur dann outsourcen sollte, wenn man sich sicher ist, dass die Investition in die delegierte Arbeit eine positive Investition bzw. eine gewinnbringende Ausgabe darstellt. Bei durchschnittlichen Margen von 10-30% im Private Label Bereich ist dies jedoch schwieriger als gedacht!

Schon 3€ mehr Logistik-Kosten pro Produkt können die Marge so reduzieren, dass der Verkauf unter’m Strich kaum mehr lukrativ ist. Auch sollten Aufgaben nur dann outgesourced werden, wenn man zumindest die Qualität und das Preis-Leistungs Verhältnis der Arbeit beurteilen kann. Dies ist jedoch meist nur dann der Fall, wenn man diese Arbeit zumindest eine Zeit lang selber durchgeführt hat.

Wie in dem Video/Podcast beschrieben, ist es also essentiell sich vorab zu überlegen, an welcher Stelle eigentlich der „Wert in die Wertschöpfungskette gebracht wird“. Als Private Label Amazon Seller ist das z.B. bei folgenden Bereichen der Fall:

  • Produkt-Sourcing: Das richtige Produkt zur richtigen Zeit am richtigen Ort anzubieten ist die Grundlage von allen Handels/Arbitrage Geschäftsmodellen. Vor allem Produktinnovationen und echte USP’s (Alleinstellungsmerkmale) führen zu einer Wertschöpfung.
  • Branding: Starke Marken können ein gleichwertiges Produkt zu höheren Preisen verkaufen, da Markenwerte auch eine Form der Wertschöpfung darstellen. Die gesamte Marke und Markenkommunikation inkl. Corporate Identity und Design, Produkt- und Produktverpackungs-Design, Grafiken und Produktfotos sowie Texte sind alle ein Teil des Markenwertes.
  • Logistik: Produkte können vor allem dann in anderen Ländern hochpreisig vertrieben werden, wenn die Logistik oder die Einfuhr mit Aufwand verbunden ist. Auch hier wird also ein Wert geschöpft.
  • Kundensupport, Buchhaltung: Sogar der Service für Kunden und Buchhaltung als administrative Aufgaben von Online-Händlern tragen zur Wertschöpfung bei bzw. sind ein Teil davon.

Jeder dieser vier Bereiche ist entscheidend für den Erfolg als Amazon FBA Seller bzw. als Online-Händler grundsätzlich. Die erfolgreiche Ausführung dieser Disziplinen sorgt für die Generierung von Umsätzen.

Gerade als Einsteiger oder fortgeschrittener Seller ist die Generierung von Gewinnen, die dann zum Zwecke des Unternehmenswachstums reinvestiert werden, die wichtigste Aufgabe!

Gleichzeitig kann über das vielfältige Angebot von Dienstleistern in diesem Bereich eigentlich jeder der vier Bereiche komplett delegiert werden.

Das Problem: Wenn genau die Bereiche delegiert werden, in denen auch die Wertschöpfung liegt, dann bleibt am Ende in der Regel auch keine Marge mehr bestehen.

Der generierte Gewinn wäre dann bestenfalls deckungsgleich mit den Ausgaben für Dienstleister wie Produktfotografen, Sourcing-Agents, Freelancer, Virtuelle Assistenz etc.

Worin liegen also die Vorteile und Nachteile des Outsourcings?

  • Vorteile können in der Steigerung von Produktivität liegen. Der Fokus auf die wichtigsten Aufgaben und die wichtigsten Kernkompetenzen kann dazu führen, dass die Investition in delegierte Arbeiten einen positiven Return mit sich bringt. Hierbei ist also entscheidend, die wirklich wichtigste Kernkompetenz zu finden und sich auf diese zu konzentrieren. Nur dann kann hier ein überproportionaler Mehrwert geschaffen werden, und andere zeitraubende Aufgaben wie Produktfotografie und Buchhaltung delegiert werden.
  • Die Nachteile liegen auf der Hand. Wer zu früh damit beginnt Aufgaben zu delegieren, obwohl z.B. noch gar keine echte Kernkompetenz vorhanden ist (wie das Entwickeln von neuen Produkten, Markenaufbau und Marketing), der wird kaum eine Chance haben die Investition in Sourcing-Agents, Logistik Unternehmen, Produktfotografen, Steuerberater, Virtuelle Assitenten (VA’s), Freelancer, PPC und SEO Experten usw. wieder über die Produktmarge reinzuholen – vor allem wenn bei kleineren Umsätze noch gar keine Spielräume hierfür vorhanden sind.

Mein Fazit:

Outsourcing ist der wohl wichtigste Schritt für alle Unternehmer. Entscheidend ist jedoch die Überlegung und die Kalkulation, welche Bereiche profitabel delegiert werden können. Auch sollte dringend beachtet werden, dass sich Arbeit dann am besten delegieren lässt, wenn man sie zuvor zumindest zeitweise selber gemacht hat und dementsprechend auch bewerten kann. Obwohl regelmäßig angepriesen wird, sofort alles „outzusourcen“, sehe ich hierfür gerade bei Einsteigern keine Möglichkeit. Sobald die Umsätze und der entsprechende Gewinn vorhanden sind, sollte jedoch proaktiv mit dem Delegieren von Aufgaben begonnen werden und der Fokus auf die wichtigsten Kernkompetenzen (wie z.B Sourcing, Produktentwicklung) gesetzt werden.

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