Impressum für Amazon Verkäufer erstellen Seller Szene

Abmahnung vermeiden! – So erstellst du dein Amazon Impressum richtig

Auch Amazon (FBA) Verkäufer müssen ein Impressum haben, das den gesetzlichen Vorgaben entspricht. Wir zeigen dir, wie du deines erstellst.

Einhaltung der fernabsatzrechtlichen Vorgaben auf Amazon, insbesondere durch ordnungsgemäßes Impressum, Widerrufsbelehrung, AGB und Datenschutzerklärung

In den letzten Jahren ist es vermehrt vorgekommen, dass Amazon Verkäufer aufgrund von Verstößen gegen die fernabsatzrechtlichen Vorgaben abgemahnt wurden. Insbesondere fehlerhafte Anbieterkennzeichnungen, Widerrufsbelehrungen, AGB und Datenschutzerklärungen führten zu unschönen Begegnungen mit der Justiz.

Aus diesem Grund ist es ratsam, sich um Rechtstexte zu bemühen, welche den rechtlichen Anforderungen voll und ganz entsprechen, um gar nicht erst eine Angriffsfläche für Abmahnungen durch die Konkurrenz zu bieten.
Doch wie kann man sich rechtlich absichern und wie sehen solche rechtskonformen Rechtstexte aus?

Im folgenden Artikel erhältst du sämtliche Antworten auf deine Fragen zum Thema „fernabsatzrechtliche Vorgaben auf Amazon“.

Bitte beachte: Bei der folgenden Aufzählung handelt es sich lediglich um einen Überblick über die Thematik. In Eigenregie erstellte Rechtstexte geben dir keine Rechtssicherheit. Um absolut sicherzugehen, dass deine Rechtstexte fehlerfrei sind, solltest du professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen.

1. Impressum

Als erstes befassen wir uns mit dem Impressum.
Als Händler auf Amazon, der Waren gegen ein Entgelt anbietet, betreibst du einen geschäftsmäßigen Online-Dienst und bist folglich gem. § 5 Telemediengesetz (TMG) impressumspflichtig. Ziel dieser Verpflichtung ist es, Transparenz zu schaffen und gleichzeitig die Verantwortlichkeit für Rechtsverstöße klar zu regeln.

Doch was ist Bestandteil eines korrekten Impressums?
Die verpflichtenden Angaben lassen sich § 5 Abs. 1 TMG entnehmen und umfassen Folgendes:

  • Name und ladungsfähige Anschrift des Händlers (bei juristischen Personen zudem Rechtsform, Name des Vertretungsberechtigten und, sofern Angaben über das Kapital der Gesellschaft gemacht werden auch Stamm- oder Grundkapital)
  • Angaben, die eine schnelle elektronische Kontaktaufnahme ermöglichen, also mindestens deine E-Mail-Adresse (Schnell ist eine Kontaktaufnahme dann, wenn eine Beantwortung über das gewählte Medium binnen 60 Minuten erfolgt!)
  • Falls vorhanden, Handelsregister, Vereinsregister, Partnerschaftsregister oder Genossenschaftsregister einschließlich Registernummer
  • Falls vorhanden, Umsatzsteuer- oder Wirtschafts-Identifikationsnummer
  • Falls ein Dienst im Rahmen einer Tätigkeit angeboten oder erbracht wird, die der behördlichen Zulassung bedarf, Angaben zur zuständigen Aufsichtsbehörde
  • Hinweis zum Online-Streitbeteiligungs-Portal der EU (Dieser Hinweis dient der Umsetzung der gesetzlichen Informationspflicht nach der ODR-Verordnung 524/2013. Dieser Anforderung wird dadurch genügt, dass unterhalb der Impressumsangabe folgender Text mitsamt anklickbarem Link eingefügt wird: Plattform der EU-Kommission zur Online-Streitbeilegung: www.ec.europa.eu/consumers/odr)

Der Gesetzgeber legt fest, dass das Impressum „leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar“ sein muss.

Bei Amazon gibt es einen eigens für das Impressum vorgesehenen Bereich. Diesen findest du im SellerCentral bei —> „Ihre Informationen und Richtlinien“ —> „Einstellungen“ —> „Impressum, & Info zum Verkäufer“. Dort kannst du dein Impressum in das Textfeld eingeben. Es ist empfehlenswert hier auch erneut die Überschrift „Impressum“ oder „Anbieterkennzeichnung“ einzufügen. Anschließend kannst du deine Änderungen speichern.

Zusätzlich solltest du dein Impressum auch bei den „Detaillierten Verkäuferinformationen“, welche du über die Shop-Einstellungen ändern kannst, hinterlegen. Nur so kannst du gewährleisten, dass dein Impressum auf den Übersichtsseiten der einzelnen Shops erscheint und somit von deinen Kunden wahrgenommen werden kann.

2. Widerrufsbelehrung

Bei Verbraucherverträgen, die auf der Plattform Amazon geschlossen werden, handelt es sich um sog. Fernabsatzverträge, bei denen dem Verbraucher regelmäßig ein 14-tägiges Widerrufsrecht zusteht, über welches der Unternehmer den Verbraucher gem. § 312 g BGB in Verbindung mit Art. 246 a § 1 Abs. 2 EGBGB rechtzeitig informieren muss. Zudem ist auch die Bereitstellung eines Muster-Widerrufsformulars gesetzlich vorgeschrieben.

Als Amazon FBA Verkäufer wird von Amazon eine eigene Widerrufsbelehrung verwendet, die dem Kunden auch automatisch unter der Rubrik „Rückgaben und Widerrufsrecht“ angezeigt wird. Sofern du lediglich Amazon FBA Verkäufer bist, musst du dich um diesen Punkt also nicht kümmern.

Tricky und gefährlich wird es erst, wenn du sowohl FBA als auch FBM anbietest! Denn sofern neben der Widerrufsbelehrung von Amazon noch eine eigens von dir angefertigte auftaucht, könntest du wegen Irreführung deiner Kunden abgemahnt werden.

Um dies zu vermeiden musst du zwingend darauf achten, dass deine eigene Widerrufsbelehrung bei der Nutzung des Versands durch Amazon automatisch durch Amazon ausgeblendet wird. Dafür darfst du deine eigene Widerrufsbelehrung und das Muster-Widerrufsformular ausschließlich unter der Maske bei „Ihre Informationen und Richtlinien“ —> „Widerrufsrecht“ hinterlegt haben. (Die Verwendung der gesetzlichen Vorlage in Art. 246 a EGBGB Anlage 2 ist dabei übrigens ausreichend.)

Auch die Verpflichtung, dem Kunden nach seinem Kauf eine erneute Widerrufsbelehrung inkl. Muster-Widerrufsformular in Textform (also z.B. per E-Mail) zuzusenden, gilt für dich als FBA Verkäufer nicht und ist unbedingt zu unterlassen. Auch hier übermittelt Amazon dem Kunden selber eine eigene Widerrufsbelehrung.

3. AGB

Grundsätzlich müssen zwar auf Amazon nicht zwingend AGB angeführt werden, allerdings muss der gewerbliche Verkäufer dem Verbraucher bei Fernabsatzverträgen spezielle Kundeninformationen bereitstellen. Somit empfiehlt es sich, gleich rechtssichere AGB zu verwenden, in welche du diese verpflichtenden Informationen dann einbetten kannst.

Zu diesen verpflichtenden Angaben gehören unter anderem:

  • Informationen über das Zustandekommen des Vertrages
  • Informationen über die Speicherung des Vertragstextes durch den Händler und Abrufbarkeit durch den Kunden
  • Angaben zu den Zahlungsmodalitäten
  • Details zur Lieferung und Angaben zu bestehenden Lieferbeschränkungen
  • Informationen über die zur Verfügung gestellten technischen Mittel
  • Angaben zur Vertragssprache
  • Rücksendekosten beim Widerruf
  • usw.

Die Maske zur Einbindung der AGB findest du auf „Einstellungen“ —> „Ihre Informationen und Richtlinien“ —> „Benutzerdefinierte Hilfeseiten“. Als Überschrift wählst du hier beispielsweise „Allgemeine Geschäftsbedingungen und Kundeninformationen“. Diese solltest du auch im Hauptteil erneut wiederholen. Danach speicherst du deine Änderungen.

Damit die AGB Bestandteil des Vertrages werden können, musst du sie deinem Kunden auch in Textform, also z.B. per E-Mail zuschicken.

Zur Erstellung deiner Amazon AGB kannst du auf kostenlose Online-Generatoren wie https://shop.trustedshops.com/de/rechtstexte zurückgreifen. Wir empfehlen dir allerdings für die beste Absicherung eine individuelle Generierung deiner AGB durch einen Anwalt.

4. Datenschutzerklärung
Zuletzt sind Amazon Verkäufer gem. § 13 TMG zur Veröffentlichung einer Datenschutzerklärung verpflichtet. Dabei ist über Art, Umfang und Zweck der Erhebung und Verwendung personenbezogener Daten zu unterrichten. Diese Informationen können als gesonderter Abschnitt in die Dokumente zu den AGB und Kundeninformationen auf AmazonCentral aufgenommen werden. Dafür klickst du auf „Ihre Informationen und Richtlinien“ —> „Datenschutzrichtlinie“. Als Bezeichnung wählst du beispielsweise „Datenschutzerklärung“ und klickst anschließend auf speichern.

 

Wenn du dich an diese rechtlichen Vorgaben hältst hast du bereits einen großen Beitrag zu einer abmahnsicheren Amazon-Präsenz geleistet.